Gefahr unter Wasser - Altmunition in der Ostsee und der Lübecker Bucht
Die Hinterlassenschaften der Weltkriege unter Wasser beschäftigen Wissenschaft, Politik und Gesellschaft gleichermaßen. In unserer Veranstaltung informieren renommierte Fachleute über Risiken, aktuelle Entwicklungen und Perspektiven für eine sichere Bergung der Altmunition in der Ostsee.
„Munition im Meer: gesundheitliche Gefahren aus den Weltkriegen.”
Prof. Dr. Maser, Direktor des Instituts für Toxikologie und Pharmakologie für Naturwissenschaftler des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Kiel, und der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
"Schleswig-Holstein verbindet - Die Arbeit des Zentrums für den Umgang mit Munition in der marinen Umwelt (MUNIMAR)."
Alexander Bach, Ministerium für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur
"Historische Betrachtung Munitionseinbringung Lübecker Bucht"
Uwe Wichert, Historiker und Kampfmittelexperte
Moderation: Sophia Schiebe, Mitglied des Landtages Schleswig-Holstein
Noch immer lagern schätzungsweise 1,6 Millionen Tonnen Altmunition in deutschen Nord- und Ostseegewässern – allein rund 300.000 Tonnen in der Ostsee. Was lange unterschätzt wurde, ist heute zu einer akuten Herausforderung für Mensch, Natur und Küstenregionen geworden. Denn mit jedem Jahr schreitet die Korrosion der Munition weiter voran: Sprengstoffe und Schadstoffe treten aus und belasten zunehmend die Meeresumwelt. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen inzwischen deutlich, dass sich giftige Stoffe in Muscheln, Fischen und Sedimenten nachweisen lassen.
Bereits seit vielen Jahren weisen Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Umwelt- und Meeresschutz sowie spezialisierten Fachbereichen eindringlich auf die Risiken der Munitionsaltlasten in Nord- und Ostsee hin. Gemeinsam mit Fachreferentinnen und Fachreferenten haben wir diese Problematik deshalb bereits im Jahr 2020 im Rahmen einer Veranstaltung in Travemünde aufgegriffen und frühzeitig in die politische und öffentliche Diskussion eingebracht. Damit konnten wichtige Impulse gesetzt werden, um das Bewusstsein für die Herausforderungen und den notwendigen Handlungsbedarf weiter zu stärken.
Seitdem hat sich einiges bewegt. Bund, Länder, Wissenschaft und spezialisierte Unternehmen arbeiten inzwischen enger zusammen, um belastete Gebiete systematisch zu erfassen, Risiken zu bewerten und erstmals großflächige Bergungs- und Entsorgungskonzepte umzusetzen. Die Diskussion um Finanzierung, Zuständigkeiten und den Aufbau langfristiger technischer Kapazitäten ist heute auf der politischen Agenda angekommen, Bedarf aber weiterer Aufmerksamkeit.
Besonders die Lübecker Bucht steht dabei im Fokus. Die Region zählt zu den am stärksten belasteten Gebieten der deutschen Ostsee und ist zugleich Modellregion für neue technische Verfahren zur umweltschonenden Bergung von Altmunition. Damit rückt auch die Frage in den Mittelpunkt, wie dauerhaft technisches Know-how und spezialisierte Unternehmen gerade im Norden gesichert werden können. Denn die sichere Bergung der Altlasten wird eine Aufgabe über viele Jahrzehnte bleiben – mit großer Bedeutung für Umwelt, Tourismus, Fischerei und die Sicherheit an unseren Küsten.
Welche Gefahren gehen tatsächlich von der Munition auf dem Meeresgrund aus? Welche Fortschritte wurden bislang erzielt? Wie kann eine sichere und nachhaltige Bergung gelingen –
und welche politischen, technischen und finanziellen Voraussetzungen sind dafür notwendig? Über diese Fragen möchten wir erneut mit Ihnen ins Gespräch kommen und gemeinsam mit unseren hochkarätigen Referenten aktuelle Entwicklungen, wissenschaftliche Erkenntnisse und Perspektiven für die Zukunft diskutieren.
Weitere Informationen und Anmeldung
Wir bitten um Anmeldung bis zum 17.06. unter: Anmeldung